1925-2000 Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinen

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Von der Gründung der Wehr bis Ende des zweiten Weltkrieges (1925-1945)

 

Am 28.Januar 1925 wurde die erste Feuerwehr in Bad Kleinen gegründet.

Es traten sofort 30 aktive und 6 passive Mitglieder der Wehr bei.

Auf der Gründerversammlung wurden gewählt:

                                                Kam.Ernst Reichmuth zum Wehrleiter

                                                Kam.Paul Oltmann zum Stellvertreter

                                                Kam.Hans Aeberlin zum Schriftführer

                                                Kam.Georg Möller zum Kassenwart

                                                Kam.Karl Möller zum Obersteiger

                                                Kam.Paul Fischer zum Zugführer

                                                Kam.Karl Prühs zum Zeugwart

Am 24.Mai 1925 fand die feierliche Einweihung und Übergabe des neuen

Spritzenhauses statt.

Nachdem die Wehr mit einer Handdruckspritze, den dazugehörigen Geräten

und die Kameraden mit Uniformen und Helmen ausgerüstet waren, hatten

sie im gleichen Jahr ihre ersten 3 Einsätze.

Durch den Kauf einer mechanischen Leiter(auf 14 Meter ausdrehbar)

musste das Spritzenhaus durch einen Vorbau vergrößert werden.

Am 24.August 1927 wurde durch die Brandversicherungsanstalt Schwerin

eine neue Motorspritze einer Leistungsprüfung unterzogen. Sie erfüllte die

 Bedingungen der Deutschen Industrienorm.

Modell"Altenburg"Lafetten-

motorspritze neueste Bauart

Die Wehr hatte sich einen guten Namen gemacht und war Gastgeber

eines Führerkurses.

Am 23. Oktober 1927 fand in Kleinen der Führerkurs statt.

Thema: „Mehlstaubexplosion“

Eines der Referenten war der Bauführer Henning aus Bad Kleinen.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinen gestaltete im ersten Jahrzehnt

das kulturelle Leben in der Gemeinde aktiv mit.

1927 spielten Kameraden der Wehr mit ihren Frauen Laien-Theater.

Von 1927 – 1932 gibt es Hinweise auf Musikchors der Freiwilligen

Feuerwehr Bad Kleinen unter der Leitung des „Reichsbahnobersekretärs a.D.“

Michael.

Die Bad Kleiner Feuerwehrkapelle spielte bei der Einweihung der Motorspritze

der Insel Poel in Kirchdorf und beim großen Dorftag 1932 in Hohen Viecheln.

 

Der Bau eines Steiger- und Schlauchturmes

wurde keineswegs aus den Augen verloren.

Bis zum Jahre 1928 waren bereits 18,7

Festmeter Rundholz gestiftet worden.

Am 15. Juli war der Turm dann fertiggestellt.

 

Der fertige Steiger- und

Schlauchtrockenturm.

Umzug mit der Feuerwehrkapelle und der Wehr Bad Kleinen.

Übrigens, dieser Dorftag in Hohen Viecheln war weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, wie ein Bild in der "Hamburger Illustrierten" Nr.

23/1932 beweist.

1932 zählte die Wehr 39 aktive und 77 (!) unterstützende Mitglieder.

In dieser Zeit gab es auch eine eigene Sanitätsabteilung , welche vom

Kameraden Sanitätsrat Dr. Steyerthal geführt wurde. Dr. Steyerthal war

Chef der damaligen Wasserheilanstalt Bad Kleinen.

Von 1932 bis 1934 rückte die Wehr zu 16 Einsätzen aus.

Die Wehr war auf die Bereitstellung von Pferdegespannen angewiesen.

1936 erfolgte die Auflösung des Deutschen Feuerwehrverbandes. Man

machte aus den Freiwilligen Feuerwehren eine „Feuerlöschpolizei“.

Von 1935 bis 1941 rückte die Wehr 36 Mal zu Bränden und Hilfeleistungen

aus.

Im November 1941 erhielt die Wehr endlich einen Motorzugwagen.

Ab 1942 wurden auch die Bad Kleiner Feuerwehrkameraden mit dem

„ totalen Kriegseinsatz“ konfrontiert.

1944 wurde der Wehr eine neue Motorspritze übergeben.

Im Frühjahr 1945 flüchteten Angehörige der Deutschen Wehrmacht in Massen

in Richtung Westen . Unter anderem leider mit Löschzügen der Bad Kleiner

Feuerwehr als Fluchtfahrzeug.

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Der Neuanfang und 40 Jahre DDR (1945-1990)

Aus Gesprächen mit dem damaligen Wehrleiter, Kam. Johannes Kidzun,

erfuhr der Verfasser, das Kam.Kidzun, zusammen mit den 4 verbliebenen

Kameraden, auf der Suche nach Ausrüstungsgegenständen und geeigneten

Fahrzeugen ging. Es gelang ihnen 2 Löschfahrzeuge zu bergen und die er-

forderliche Ausrüstung zusammen zusuchen.

Schon ab 1946 wurden wieder Einsätze registriert. 1947 umfasste die Wehr

Schon wieder 30 aktive Mitglieder. Mit einem LF8 und LF15 betreuten sie

einen Bereich von 25(!) Ortschaften. Von August 1946 bis Ende 1947

wurden 26 Einsätze gefahren.

Am 09. Januar gab es Großalarm des Stadt- und Landkreises:

Das Stadttheater Wismar brannte vollständig nieder!

Die Wehr führte auch den Geldtransport für die Währungsreform durch.

Am 27. Oktober 1947 musste die brennende Holzbrücke gelöscht werden.

(Verlängerung der heutigen Schulstraße)

Im Januar 1950 fand die 25- jährige Feier des Stiftungsfestes der Wehr statt.

Die Wehr bekämpfte von 1950 bis 1951 sieben Brände.

Mit der Gründung der DDR wurde den Freiwilligen Feuerwehren von staatlicher

Stelle größere Aufmerksamkeit geschenkt.

Nach der Auflösung der Länder und Bildung von Bezirken im Jahre 1952

fanden 1954 die 1. und 2. Feuerwehrkonferenz statt.( Vereinheitlichung der

FF nach sowjetischen Vorbild)

Ein positiver Wandel  trat nach der Verabschiedung des Brandschutzgesetzes vom

18. Januar 1956 bei.

Nachdem 1960 die FF Niendorf und Bad Kleinen zusammengelegt wurden,

erließ die Wehr 1961 einen Aufruf an alle Feuerwehren des Bezirkes Rostock

mit Vorschlägen zur Verbesserung des vorbeugenden Brandschutzes, wie aus

Abdruck ersichtlich.

1961 erhielt die 1959 gegründete Kommandostelle Losten eigene Löschgeräte.

In Bad Kleinen wurde die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“

gegründet.

1962 fanden sich 6 Kameradinnen zur Bildung einer Frauengruppe zusammen.

Am 3. November wurde ein neues Löschfahrzeug LF16/S 4000-1 übergeben.

1963 erhielt die Wehr ein Schlauchboot(mit Paddeln) für Wasserrettungseinsätze.

Das Gerätehaus im Bau

Von 1961 bis 1967 wurde die Wehr 42 mal zu Einsätzen gerufen.

1968 wurde das neue Gerätehaus am Koppelweg  eingeweiht.

In den Jahren 1968 bis 1974 rückte die Wehr 41mal zu Bränden und Hilfe-

leistungen aus.

Am 10. März 1977 war der Chef der  Feuerwehren der DDR im Rahmen eines

Besuches in unserem Gemeindeverband Gast im Gerätehaus der FF Bad Kleinen.

Von 1975 bis 1979 gab es für die Wehr Bad Kleinen 38 Einsätze.

1979 wurde die FF Bad Kleinen mit dem Titel „ Vorbildliche Feuerwehr“ ausge-

zeichnet.

In den Jahren 1980 bis 1984 musste die Bad Kleiner Brandschützer 47mal

Brände löschen oder Hilfe leisten.

1985 fand anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr

Bad Kleinen neben Jubiläumsfeier mit Festsitzung auch der beliebte

Feuerwehrball statt.

1986 gab es für die Wehr 26 Einsätze.

Am 12. April 1986 gab der Verkehrsminister der DDR auf dem Bahnhof

Bad Kleinen den 1000. Kilometer elektrifizierter Eisenbahnstrecke innerhalb

der DDR für den Verkehr frei. Damit ergaben sich auch für die FF Bad Kleinen

neue Einsatzvarianten, auf die sie sich durch Schulungen und Übungen

rechtzeitig einstellen konnte.

Von 1987 bis 1989 kam die Wehr 17mal  zum Einsatz.

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Unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen (1990-2000)

1990 entstand eine partnerschaftliche Verbindung zur FF Bad Oldeslohe,

die jedoch bald wieder abriss, da die Größenordnungen der beiden Wehren zu

unterschiedlich waren. Außer einem KLF „Ford“ , Baujahr 1976, hat uns die

Zusammenarbeit sehr geholfen, die Feuerwehrstrukturen im Bundesgebiet

Schnell kennenzulernen.

1991 Gründung einer Jugendwehr. Der  Wehr wurde 1990 die „ Medaille für

Verdienste im Brandschutz“ verliehen, und sie erhielten einen LF16-W50

(Baujahr 1981).

Der geschenkte KLF Ford und das übergebene LF 16-W50

Nach dem plötzlichen Tod des Gemeindewehrführers Alfred Bartz am

3. Dezember 1993 wurden die Kameraden Jürgen Dreier zum Wehrführer

und Harry Wunderlich zum Stellvertreter gewählt.

Im Jahr 1994 berichtete Amtswehrführer Gerhard Rathke Ministerpräsident Bernd

Seite über den Stand der Technik der Wehr und notwendigen Veränderungen.

Es ging um die Anschaffung eines Motorschlauchbootes für Rettungseinsätze

auf dem Schweriner See, eines Tanklöschfahrzeuges und nicht zuletzt um den

Bau eines neuen Feuerwehrgebäudes.

Ministerpräsident Dr. Bernd Seite holt sich im nicht heizbaren

Gerätehaus im wahrsten Sinne des Wortes"kalte Füße"

1995 wurde das 70-jährige Jubiläum der Wehr mit einer Festsitzung, einem Umzug,

Feuerwehrwettkämpfen und einem Feuerwehrball „zünftig“ begangen.

Bürgermeister Siegfried Friese übergab der Wehr im Namen der Gemeinde als

Geburtstagsgeschenk ein Schlauchboot für Einsätze auf dem Schweriner See.

Das übergebene Schlauchrettungsboot

1990 – 1995 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinen 67 mal alarmiert.

Zum 5-jährigen Bestehen der Jugendwehr übergab Ehrenamtswehrführer

Gerhard Radtke am 1. Juni 1996 in Bobitz anlässlich des Feuerwehrtages einen

Jugendfeuerwehrwimpel.

Am 31. August 1998 erfolgte der erste Spatenstich auf dem Gelände am Feuerwehr-

löschteich in der Wismarschen Straße.


Spatenstich zum Bau des neuen Feuerwehrhauses

Am 5. September 1998 übernahm die Wehr einen TLF16-W50 von der

FF Beidendorf.

4.Dezember 1998 Heute ist Richtfest

 

Am 20. März 1999 erfolgte im Fiat- Autohaus Wismar die Übergabe eines neuen

KLF nach dem Totalschaden des alten „Ford“.

Übergabe des neuen KLF "Fiat"

Im Beisein des Staatssekretär im Innenministerium des Landes, Hartmut Bosch,

des Landrates Dr. Udo Drehfahl, des Kreisbrandmeisters Eberhard Flechner und

vieler weiterer Gäste erfolgte am 26. Juni 1999 die Einweihung des neuen

Feuerwehrhauses.

Mit dem Blasorchester Dorf Mecklenburg, Versorgungsstand, Besichtigungs-

möglichkeit aller Räume und der Feuerwehrtechnik sowie Kinderbeschäftigungen

wurde die Übergabe zum Bad Kleiner Volksfest.

Nun steht als nächster Höhepunkt das 75- jährige Jubiläum vor der Tür.

 

 

Schlüsselübergabe und Einweihung des neuen Feuerwehrhauses

(Zitat: von Gerhard Rathke, Ehrenamtswehrführer und Chronist der FF Bad Kleinen)

.IV. Abschnitt

Bad Kleiner Wehr feiert ihrem "75." (2000-2008)

Gerhard Radtke erhielt Ehrenabzeichen

Ehrentafel

                       verdienter ehemaliger Leitungsmitglieder der                            Freiwilligen Feuerwehr  Bad Kleinen

1925 – 1929 †            Wehrleiter                                             Ernst Reichmuth

1929 – 1951 †            Wehrleiter                                             Johannes Kidzun

1951 – 1975 †            Wehrleiter                                             Paul Zarnekow

1959 – 1990               Wirkungsbereichsleiter                       Gerhard Rathke

1991 – 1994               Amtswehrführer 

1959 – 1978 †            Stellv. Wb.-/Leiter                                Kurt Maas       

1959 – 1975 †            Stellv. Wb.-/Wehrleiter                       Wilhelm Meier

1960 – 1975               Stellv. Wehrleiter                                  Heinz Jörß

1975 – 1990               Wehrleiter                                             Alfred Bartz

1991 – 1993 †            Gemeindewehrführer   

1977 – 1990               Stellv. Wehrleiter                                   Werner Koldrack

1983 – 1990 †            Stellv. Wb.-Leiter                                   Artur Schwerin

1975 – 1990               Stellv. Wehrleiter                                   Jürgen Dreier

1990 – 1993               Stellv. Gw.-füher           

1993 – 1999               Gemeindewehrführer

1993 – 1999 †            Stellv. Wehrführer                                  Harry Wunderlich



 

 

Allen gefallenen oder verstorbenen Kameradinnen und Kameraden,

die sich in ihren Leben der ehrenvollen Aufgabe widmeten,

in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kleinen

unseren Mitmenschen in Gefahrensituationen beizustehen und zu helfen, gedenken wir in

Ehrfurcht und dankbarer Verbundenheit.

Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinen

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